
„Erde an Mars“ ist kein gewöhnliches Buch über Autismus. Es ist die literarische Verarbeitung einer wahren Geschichte und erzählt von einem jungen neurodivergenten Mann, dessen Wahrnehmung und Stimme bisher kaum gehört wurden.
Im Mittelpunkt stehen Franka und Castor. Gemeinsam geben sie Einblick in eine Welt, die für Außenstehende oft schwer zugänglich ist: in das Leben in besonderen Wohnformen, in die stationäre Behindertenhilfe und in die Beziehungen zwischen den dort lebenden Menschen und ihren Betreuungspersonen.
Das Buch zeigt, was hinter vermeintlich schwierigem Verhalten liegen kann. Eskalationen, Ängste, feste Abläufe und unzählige Fragen bekommen einen Zusammenhang und eine Bedeutung. Durch Castors ganz eigene Bildsprache – mit Planeten, Feen, Sonnen, Rädern und einem „kaputten Kern“ – erhalten die Leserinnen und Leser Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt.
Dabei beschönigt Erde an Mars nichts. Es geht auch um Überforderung, Gewalt, Psychiatrie, institutionelle Grenzen, misslingende Beziehungen und die schwierige Versorgung von Menschen mit Behinderung. Gleichzeitig erzählt das Buch von den Momenten, in denen echte Verbindung entsteht – wenn jemand nicht nur beurteilt, sondern wirklich gesehen und verstanden wird.
Besonders berührend ist, dass Castor nicht bloß Gegenstand einer Geschichte ist, die jemand anderes über ihn erzählt. Seine eigene Wahrnehmung bekommt Raum und eine Stimme. Dadurch verändert sich der Blick auf sein Verhalten: Es erscheint nicht länger einfach als „schwierig“, sondern als Ausdruck einer persönlichen Geschichte und einer besonderen Art, die Welt zu erleben.
Eine Leserin schreibt:
„‚Erde an Mars‘ ist für mich weit mehr als ein Buch über Autismus. Es ist ein Buch über Beziehung, Zugehörigkeit und über die Frage, was wir entdecken können, wenn wir aufhören, nur das sichtbare Verhalten eines Menschen zu beurteilen.“
Erde an Mars: Autistische Bildwelten von Trauma und Bindung ist ein ungewöhnliches, berührendes und wichtiges Buch. Es regt dazu an, genauer hinzuschauen, besser zuzuhören und die Sprache eines Menschen verstehen zu lernen, auch wenn sie nicht den üblichen Erwartungen entspricht.

